
Neue Medien
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Längst hat sich das digitale Zeitalter im täglichen Handeln und in der Alltagssprache niedergeschlagen. Wenn wir nicht mehr weiter wissen, googeln wir einfach die benötigten Informationen. Neuigkeiten, die Spatzen früher von den Dächern pfiffen, twitternwir heute unseren followers. Freunde fürs Leben gibt es nicht mehr nur im Verein, sondern auch digital auf Facebook. Geplaudert wird weiterhin im Treppenhaus und am Stammtisch, vermehrt jedoch auch via Skypeund instantmessaging. Wichtige Momente und fotogene Sujets werden mit der Handy-Kamera dokumentiert und sogleich via App auf dem Smartphone oder Tablet Computer als SMSoder Emailmit den Liebsten geteilt, auf welchem Fleck der Erde sich diese auch gerade befinden mögen.
Egal ob Sie zur Generation der digital nativesgehören und die digitalen Medien selbstverständlich und in verschiedenen Lebensbereichen nutzen oder ob Sie ein mehr oder weniger versierter digital immigrantsind: Die Neuen Medien beschäftigen und erregen die Gemüter, im positiven Sinne wie auch als Irritation und Ärgernis.
In dieser Ausgabe von SozialAktuell beschäftigen wir uns für einmal nicht mit dem Suchtpotential der Neuen Medien oder ihren Auswirkungen auf den Alltag von jungen und älteren Menschen. Vielmehr möchten wir ihr Potential als Werkzeug oder Instrument für die Soziale Arbeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln unter die Lupe nehmen. Neue Organisationsformen, neue Kommunikationswege auch in der Beratung und ein komplexes Informationsmanagement sind nur einige Beispiele für mögliche Anwendungsbereiche der Neuen Medien im praktischen Alltag der Sozialen Arbeit.
«Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht jedes Problem als Nagel», sagt Paul Watzlawick.Dieser Schwerpunkt möchte die Diskussion über die Potentiale und Grenzen der digitalen Welt im Hinblick auf die Soziale Arbeit anregen.
Wir wünschen Ihnen eine bereichernde Lektüre.
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Frauen in der Sozialen Arbeit
Frauen in der Sozialen Arbeit
Frauen und Soziale Arbeit
Die vorliegende Ausgabeentstand aus der Idee, das Feld der Frauen innerhalb der Sozialen Arbeit zu beleuchten. Wir wollten explizit kein Gleichstellungsheft produzieren, aus der festen Überzeugung heraus, dass das Thema Frauenzu trennen sei von dem der Gleichstellung. Doch die Realität belehrte uns eines anderen: Sobald das Thema Frauen fällt, fällt auch das Thema Gleichstellung. Und das nicht nur in unseren eigenen Köpfen, sondern auch bei den Fachpersonen, die gerne etwas zum Thema Frauen und Soziale Arbeit publizieren wollten.
Also doch ein Gleichstellungsheft. Also doch wieder Berichte darüber, dass Frauen noch immer weniger verdienen für dieselbe Arbeit, dass Betreuungsarbeit noch immer abgewertet wird und dass in den oberen Etagen noch immer die Frauen fehlen. Davon haben wir doch endlich mal genug gehört…, denken wir. Nur, warum fassen diese Erkenntnisse nicht in der Praxis? Warum nehmen Professionelle die Geschlechterordnung noch immer kaum wahr und reproduzieren in Beratungssituationen nach wie vor geschlechterbedingte Differenzen? Und zwar nicht nur die Männer, sondern genauso die Frauen?
Wer sind denn überhaupt dieFrauender Sozialen Arbeit? Welche Merkmale greifen wir heraus, um sie zu identifizieren? Gibt es bei genauerer Betrachtung über das schwesterlich-solidarische Wir-Gefühlhinaus etwas, in dem das eigene Ich aufgehen kann?
Und dürfenwir Frauen uns denn überhaupt darüber beklagen, dass wir weniger Führungspositionen besetzen, wenn für Frauen die Arbeit am eigenen Selbst im Mittelpunkt steht? Wenn sie lieber einen persönlichen sinnvollen Werdegang kreieren und ihnen dabei die gesellschaftliche Position nicht so wichtig ist?
Das Geschlecht ist allgegenwärtig – auch ohne Benennung der Unterschiede, auch mit dem Fokus auf die Gemeinsamkeiten. Es strukturiert unseren Alltag und unsere Arbeit so grundlegend und ist gleichzeitig so schwer fassbar.
Wir laden Sie ein, sich durch dieses unaufgeräumte Thema hindurch zu lesen und Fantasien zu entwickeln, wie es sich vielleicht etwas aufräumen liesse.

Diskriminierung
Diskriminierung
Diskriminierung
Diskriminierung findet im Privaten, in der Öffentlichkeit, im Kleinen wie im Grossen statt – obwohl die europäische Menschenrechtskonventionin Art. 14verbietet, die Rechte der Menschen wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt oder eines sonstigen Status einzuschränken. Diskriminierung findet überall statt – auch in der Sozialen Arbeit. Dieser Schwerpunkt befasst sich insbesondere mit den Themen Geschlecht, Rassismus, kulturelle und soziale Differenzen. Das Thema der Behinderung haben wir – im Wissen, dass auch dort Diskriminierung stattfindet – aus Platzgründen bewusst aus diesem Schwerpunkt weggelassen. Wir danken allen Autoren und Autorinnen für ihre fachkundigen Beiträge.
Auch wir sind im Alltag – und eben auch in der Sozialen Arbeit – nicht gefeit, diskriminierend zu urteilen und zu handeln. Denn wo fängt Diskriminierung an? Wir sollten uns immer wieder dabei beobachten, wo wir selber durch sogenanntes « Schubladisieren » mit Vorurteilen unseren professionellen wie privaten Alltag bestreiten. Und deshalb nicht offen und ohne bereits vorgefasste Meinung auf andere Menschen zugehen und begegnen. Zur Zeit scheint insbesondere die Fokussierung auf die sogenannte « kulturelle Differenz » en vogue zu sein.
Sobald wir mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten bei unserem Gegenüber feststellen, wenn also das « Andere » dominiert, ist der Boden für allfällige Diskriminierung bereits vorhanden. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen Achtsamkeit und ein vorurteilfreies Lesen.

Frühpädagogik
Frühpädagogik
Frühpädagogik – zwischen kindgerechter Förderung und familienentlastender Sozialpolitik
Den Bildungsbegriff im Zusammenhang mit frühkindlicher Förderung zu verwenden, löst in vielen Kreisen von stirnrunzelndem Unverständnis bis zum Abwinken mit dem schönen Satz “Lasst Kinder doch Kinder sein“ eher ablehnende Reaktionen aus. Bildungspolitisch beginnt die frühe Förderung von Kindern in der Deutschschweiz erst ab dem 4. Lebensjahr mit Eintritt in den 2jährigen Kindergarten. Und auch das erst verbindlich nach dem Inkrafttreten desHarmos-Konkordates ab 2015, wobei in vielen Kantonen Eltern auf Gesuch hin ihre Kinder nicht in den bedrohlichen Kindergarten schicken müssen. Weitergehende Reformbemühungen wie die Zusammenführung von Kindergarten und den ersten Schuljahren als Grund- bzw. Basisstufe oder gar die im Ausland übliche organisatorische und pädagogische Zusammenführung von Kindergarten und Kita sind politisch entweder gescheitert oder werden gar nicht erst zu denken versucht.
FrüheFörderung von Kindern ab Geburt wird meist nur dann unterstützt (bzw. sogar für obligatorisch erklärt, wie im neuen Integrationsgesetz von Basel-Stadt), wenn sie sozial- oder integrationspolitisch begründet wird. Eine pädagogische Begründung, Kinder so früh wie möglich spielerisch zu fördern, wird jedoch kaum je vorgebracht.Genau dies will der nationale Orientierungsplan, der in wenigen Tagen offiziell vorgestellt wird und der (wie es Miriam Wetter, Geschäftsführerin von Kinderbetreuung Schweiz, in ihrem Beitrag auf Seite 12 betont)geradedank dieser Grundausrichtung sicherstellen will, dass Kinder Kinder sein können. Das Kindswohl ist nämlich in der öffentlichen Debatte um Rahmenbedingungen der frühkindlichen Betreuung und Bildung meist nur am Rande ein Thema undwird reflexartig mit der familiären Betreuung gleichgesetzt. Die unselige SVP-Kampagne gegen staatliche Bildung allgemein und frühkindliche im Besonderen fordert da offensichtlich auch weit in sonst bildungsfreundliche Kreise hinein ihren Tribut.
Neben einem kinderfreundlichen Bildungsansatz (Beitrag Seite 16) sind natürlich die fachlichen und personellen Rahmenbedingungen durchaus von Bedeutung, da der Ausbau der Betreuungsplätze und die Ausbildung der entsprechenden Fachleute beträchtliche gesellschaftliche Ressourcen erfordert. Ein rein quantitativer Ausbau führt nämlich zur grossen Gefahr der Vernachlässigung des qualitativen Ausbaus, wie er von verschiedenen Untersuchungen in der Schweiz und Deutschland zu Recht gefordert wird (Beitrag Seite xy). Ein Abbild dieses Spannungsbereiches geben die beiden Interviews, welche wir in der Wandelhalle des Bundeshauses mit SP- Nationalrätin Hildegard Fässler (Präsidentin KitaS) und FDP-Nationalrat Otto Ineichen (Stiftung Speranza, Stiftung Wirtschaft + Familie) geführt haben. Interessant ist dabei unter anderem die Frage: Wie kann der wachsende Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder in den nächsten Jahren massiv erhöht werden? Braucht es dazu „Billig-Krippen“, geführt von Frauen, die nach ihrer eigenen Babypause gestützt auf eine Schmalspurausbildung als Ich-AG wieder ins Berufsleben einsteigen, oder ist eine koordinierte staatliche Initiative unter Einbezug der Schul- und Kindergarteninfrastruktur der erfolgversprechende Weg?SA_5:2012

Sozialpsychiatrie
Sozialpsychiatrie
Vom Umgang der Sozialen Arbeit mit psychischen Erkrankungen
Das Bundesamt für Gesundheit BAG gibt an, dass jährlich 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung an einer diagnostizierbaren psychischen Störung leiden. Die Anzahl psychisch kranker IV-RentenbezügerInnen stieg in den letzten Jahren kontinuierlich und stark überproportional an. Das Fazit des BAG: Psychische Störungen sind weit verbreitet und führen zu grossen individuellen und sozialen Belastungen. Das mediale Fazit der Weltwoche: Es droht die Invalidisierung der Gesellschaft.
Die Soziale Arbeit spürt diese gesellschaftlichen Tendenzen sehr direkt. Sowohl in der Sozialhilfe als auch in ambulanten und stationären sozialen Einrichtungen stellen Sozialarbeitende fest, dass sich ihre Klientel verändert. Sie sehen sich immer öfter mit psychisch beeinträchtigten KlientInnen konfrontiert.
Verschlechtert sich also die psychische Gesundheit unserer Gesellschaft? Studien streiten sich, ob man von einem zahlenmässigen Anstieg der psychischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen ausgehen kann. Es ist jedoch bekannt – und dies interessiert wiederum die Soziale Arbeit –, dass die steigende Belastung auf dem Arbeitsmarkt und zusätzliche Stressoren wie z.B. schwierige Migrations- oder Fluchtgeschichten, Arbeitslosigkeit, mangelnde soziale Kontakte oder Armut die psychischen Belastungen verstärken.
Entsprechend liegt der Auftrag der Sozialen Arbeit in der Arbeit mit psychisch kranken oder beeinträchtigten KlientInnen darin, diese in der Alltagsbewältigung zu unterstützen und soziale Problemlagen gemeinsam anzugehen. Welches die Herausforderungen dabei sind und welche Rolle die Soziale Arbeit im Kontext der Sozialpsychiatrie einnimmt, damit beschäftigt sich die vorliegende Ausgabe von SozialAktuell und insbesondere Ruth Steiner in ihrem Einführungsartikel. Daniel R. White und Gert Hellerich werfen einen prüfenden Blick auf den Umgang der normativ ausgerichteten Sozialen Arbeit mit psychischen Abweichungen. Eine Reportage und ein Fachbeitrag zum Projekt Tagesstätte 65+ und ein Interview mit dem Sozialpädagogen Frank Hellerich zeigen, wie die sozialarbeiterische bzw. sozialpädagogische Arbeit mit psychisch beeinträchtigten Menschen in der Praxis aussehen kann. Einen Appell von Betroffenen an die Soziale Arbeit haben Christoph Lüthy von Pro Mente Sana und Elsy B. Moser verfasst. Der Schwerpunkt wird ergänzt von einem kritischen Beitrag von Niklas Bär zur 6. IV-Revision, die gerade für psychisch beeinträchtigte Menschen spürbare Konsequenzen hat.
Die Soziale Arbeit hat es nicht immer einfach im Feld der Psychiatrie. Als ungefestigte Profession trifft sie auf eine selbstbewusste Medizin, was dazu führt, dass der Sozialen Arbeit im therapeutischen Prozess oft lediglich eine Hilfsfunktion zugeschrieben wird, wie Cornelia Rüegger diagnostiziert. Die Autorin zeigt auf, welche Rolle die Soziale Arbeit als selbstbewusste Spezialistin für die soziale Dimension der psychischen Erkrankung innerhalb der Psychiatrie übernehmen könnte.SA_4:2012

Soziale Arbeit in Familien
Soziale Arbeit in Familien
Soziale Arbeit in der Familie
Viele Professionelle der Sozialen Arbeit haben in ihrer Arbeit direkt oder indirekt mit Familien zu tun – Soziale Arbeit mit Familien ist ein relevantes Thema. Letztmals hat sich SozialAktuell vor zwei Jahren damit befasst, im Rahmen des Schwerpunkts zur familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung im März 2010. Für uns Anlass genug, erneut einen Schwerpunkt zum Thema zu realisieren.
Ursprünglich hatten wir die Idee, in dieser Ausgabe den Fokus auf Familien mit ihren vielfältigen Facetten zu richten – mit und ohne Kinder, im höheren Alter, mit dem Blick auf die Generationenfrage und überhaupt einfach mal quergedacht –, doch das Erstkonzept überzeugte nicht. Das geneigte Fachpublikum – Sie also – wären möglicherweise nicht zufrieden gewesen. Wir gingen deshalb über die Bücher und blieben am Klassischen und seiner Weiterentwicklung hängen: Soziale Arbeit in der Familie. Welche neue Ideen gibt es hier, wie werden sie umgesetzt?
Im Fokus dieses Schwerpunkts steht der Ansatz der aufsuchenden Familienarbeit – die sozialpädagogische Familienhilfe. Gerade die ambulante sozialpädagogische Familienhilfe scheint uns derzeit sehr im Trend zu liegen: Mit ihr sollen teure langjährige Fremdplatzierungen vermieden und statt dessen die Ressourcen der Familien gestärkt werden.
Nach einem Einstiegsartikel erhalten Sie Einblicke in die Arbeit des Elternnotrufes, in die Praxis der sozialpädagogischen Familienbegleitung und – am Beispiel des Familien-Supports in Bern-Brünnen – in die Elternarbeit aus dem stationären Kontext heraus. Im Weiteren geht es um die oft sehr schwierige Aufgabe von Beiständinnen und Beiständinnen im Zusammenhang mit Besuchsrechtsstreitigkeiten, und abschliessend werden die zwei Frühförderprogramme zeppelin und schritt:weise vorgestellt. Gespickt ist der Themenschwerpunkt mit den einen oder anderen Zusatzinformationen.
Wir wünschen Ihnen tiefe Einblicke in ein historisches, sich beständig weiterentwickelndes Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit – und viele neue Erkenntnisse.

Existenzsicherung in Europa
Existenzsicherung in Europa
Existenzsicherung im Umbruch – ein Blick über die Grenzen
Die unterschiedlichen Modelle der Existenzsicherung in Europa miteinander zu vergleichen, sei es im wirtschaftlich-finanziellen Bereich aber auch im Bereich nicht materieller Hilfen, ist ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Schliesslich geht es neben einer vergleichenden Analyse von unterschiedlichsten Paradigmen der Bedarfsdeckung und differenzierten Fragen des Existenzminimums in verschiedenen Ländern auch darum, mit welchem Verständnis Akteure und Institutionen der Sozialen Arbeit flankierend den Menschen bei Seite stehen. In welcher Trägerschaft sind die jeweiligen Beratungsangebote, wie viel Einzelfallarbeit ist möglich oder wie verallgemeinert werden Lebenslagen begriffen, in denen Hilfe und Unterstützung erforderlich sind und bereitgestellt werden.
Diese Fragen sind im Lichte der gegenwärtigen Wirtschafts-, Finanz-, Schulden-, Euro- oder Sozialstaatskrisen in den Hintergrund gerückt. Wie auch immer die gegenwärtige Krise betitelt wird, die Lage in vielen Europäischen Ländern ist prekär. Ein realistischer Lichtblick, der auf bessere Zeiten hoffen lässt, ist derzeit weder zu erkennen noch zu erahnen.
Der Fokus dieser Ausgabe von SozialAktuell beleuchtet den Gegenstand der Existenzsicherung, die Rolle der Sozialen Arbeit und die Arbeitsweisen im europäischen Vergleich. Mit Beiträgen aus Deutschland, Griechenland, Grossbritannien, den Niederlanden und Schweden soll exemplarisch aufgezeigt werden, ob und wie sich die Soziale Arbeit verändert hat und welches die neuen Herausforderungen sind. Es handelt sich dabei nicht um einen Ländervergleich. Wir haben Beiträge aus europäischen Staaten gesammelt, die nach unserer Einschätzung in der jüngeren Vergangenheit sozialpolitisch „auf sich aufmerksam gemacht“ haben. Die einzelnen Länderberichte sollen einen Einblick darin geben, in welcher Unterschiedlichkeit sich die gegenwärtige internationale Krise auf nationaler Ebene auswirkt, bis hin auf die Ebene der Beratung und der Unterstützung von Nutzerinnen und Nutzer der Sozialen Arbeit.

Männer in der Sozialen Arbeit
Männer in der Sozialen Arbeit
Manchmal braucht MANN schöne Sachen, lautet die vorweihnachtliche Werbebotschaft der Drogeriekette meines Vertrauens, während ich an dieser Einleitung schreibe. Manchmal sagt Mann launige Sachen vor sich hin wie, -es braucht ein Männer-Special-, während einer Sitzung der Redaktionsgruppe zur Festlegung der nächsten Schwerpunkte, als Kontrapunkt zur Spiritualität unserem Schwerpunkt aus dem Dezember 2011.
Das war der Ausgangspunkt ohne zu ahnen, wie aktuell das Thema werden sollte. Gleich zwei Tagungen in Frankfurt am Main und in St. Gallen beschäftigten sich 2011 mit den Männern in der Sozialen Arbeit bzw. in sozialen Berufen allgemein.
Sollte es im „Frauenberuf“ Soziale Arbeit mehr Männer geben? Braucht es gar eine Art „Männerförderung“? Obwohl Männer in der SA zwar unterrepräsentiert, in den Führungsgremien der Sozialen Arbeit aber klar überrepräsentiert ist?
Sind Männer in gewissen Tätigkeitsfeldern wie Behindertenheimen oder Kinderkrippen stets auch potentielle Täter sexueller Übergriffe.
Und wieso haben Sie –als Mann- sich eigentlich für die Soziale Arbeit als Beruf entschieden Dies haben wir uns gefragt und auch die portätierten Männer in diesem Schwerpunkt.
Wir haben diesen Schwerpunkt zusammen mit den OrganistorInnen der St. Galler Tagung vom November 2011 inhaltlich aufgegleist.
Zum Einstieg erläutern Steve Stiehler und Ursula Graf ihre Studie zum veränderten Männerbild von Männer in der Sozialen Arbeit- Hegemoniale Ritterlichkeit statt birkenstocktragende Empathie so ihr Fazit, sehen sich die Männer selbst.
In einem Round Table erörtern wir die Frage nach einer Männerförderung- Sie wird klar zurückgewiesen, aber ein anderes Rollenverständnis ist nötig, um im sozialen Bereich tätig zu sein. Wir besuchen die Berner Kita Matte, geleitet von einem Mann, in dessen Team fünf weitere Männer tätig sind. In zwei kürzeren Meinungsbeiträgen erläutert Oliver Grand, Geschäftsleiter von avenirsocial die Position des Berufsverbandes und Christian German schildert seine Sicht als Betreuer im Behindertenbereich zu Männern als potentiellen Täter. Abschliessend blickt unsere Kolumnistin auf vermeintliche oder tatsächliche Traummänner in der Sozialen Arbeit.

Übergänge im Alter
Übergänge im Alter
Bei der Zusammenstellung der Beiträge zu diesem Themenheft und der damit verbundenen Auseinandersetzung mit dem Lebensabschnitt Alter wurde uns die Entgrenzung dieses Begriffs deutlich: Dauer und Verlauf des Alters sowie die zu seiner Bewältigung erforderlichen Hilfen werden immer unterschiedlicher. So sind wir zum Schluss gekommen, das Alter nicht mehr als eine in sich geschlossene Lebensphase zu betrachten, sondern – insbesondere im Hinblick auf die Soziale Arbeit – als eine Abfolge von verschiedenen Phasen. Wir fragten uns, wo die Übergänge zwischen ihnen liegen, und baten eine Reihe von AutorInnen, diese näher zu beleuchten.
Kurt Seifert legt zum Auftakt mit einem Überblick über die aktuellen sozialpolitischen Debatten den thematischen Boden aus, und Carlo Knöpfel skizziert Nachdenkliches zur Planbarkeit der sozialen Infrastruktur. FrançoisHöpflinger richtet den Blick auf die zum Teil enorm grossen Lebensunterschiede in den verschiedenen Phasen des Alters, und Pierre Heusser erzählt eindrücklich vom Weg in die Altersarmut. Iris Lenardic und Isabelle Spahr berichten von Befähigungsprozessen nach dem Wechsel in neue Wohnsituationen, und Sybille Süss gibt Einblick in die Welt psychischer Veränderungen, denen seitens der Fachleute mit viel Sorgfalt und genauem Blick begegnet werden muss. Der letzte, endgültige Übergang, das Sterben, ist Inhalt des Berichts von Andrea Jenny, der die Rolle der Sozialen Arbeit in der Palliativpflege beleuchtet.
Der vorliegende Schwerpunkt ist der letzte im 2013. Vielen Dank, dass Sie dieses Jahr zum Kreis unserer Leserinnen und Leser gehört haben. Wir von der Redaktion freuen uns darauf, Ihnen auch 2014 Themen der Sozialen Arbeit aktuell, kritisch und manchmal auch gegen den Trend gebürstet anzubieten. So wünschen wir Ihnen einen für Sie stimmigen Jahresausklang und einen guten Übergang ins neue Jahr.

Vermarktung der Sozialen Arbeit
Vermarktung der Sozialen Arbeit
Im aktuellen Schwerpunkt beleuchten wir die Wahrnehmung der Sozialen Arbeit in verschiedenen Kontexten. Ein Image ist nicht zwingend, was eine Person oder Organisation wirklich ist, sondern so wie diese von anderen wahrgenommen wird, sie ist das Bild eines Gegenübers. Was nicht bedeutet, dass die Soziale Arbeit ihr Image nicht prägen könnte. Wir hoffen, Ihnen mit dem vorliegenden Heft die eine oder andere Idee zu liefern, wie Sie mit Themen aus dem sozialen Bereich an die Öffentlichkeit gelangen und Zielgruppen sensibilisieren können.
Einen Überblick über die Öffentlichkeitsarbeit aus Sicht der Praxis liefert uns der Beitrag von Jörgen Schulze-Krüdener und Julia Ballof. Im zweiten Beitrag erfahren Sie, wie Jugendliche zu Helden einer TV-Doku von Schweiz Aktuell wurden. Danach folgen zwei verschiedene Arten, wie Kunst Soziale Themen umsetzt: als partizipatorisches Projekt oder mittels Storytelling. Miriam Kilali gibt Menschen eine Stimme, welche scheinbar alles verloren haben und erzeugt mit ihrer Kunst ein Gefühl von Würde und Respekt. Cristin Sauer nimmt uns in ihrem Beitrag mit auf eine ungewöhnliche Reise; hautnah lässt sie uns teilhaben am Leben auf der Strasse.
Wie in der Wandelhalle Überzeugungsarbeit geleistet wird, erfahren Sie im Beitrag von Ursula Binggeli zum Thema Lobbying. Schliesslich lässt uns Claudia Adrario an ihren Erfahrungen teilhaben, soziale Probleme an die Öffentlichkeit zu tragen, ohne den Betroffenen zu schaden. Viel Vergnügen bei der Lektüre!

Wohnen mitgestalten
Wohnen mitgestalten
Die heutige Raumknappheit erfordert zunehmend eine Siedlungsverdichtung nach innen. Die aktuellen Herausforderungen dieser Entwicklung machen auch vor der Sozialen Arbeit nicht halt. Per se spielt für die Soziokulturelle Animation das Verhältnis von Raum und dem Sozialen eine wichtige Rolle. Seit Mitte der 1990er Jahre richtet sich dieser Teilbereich der Sozialen Arbeit vermehrt am Konzept des Sozialraums aus. Dabei werden Räume als Prozesse verstanden, die nicht nur gebaute Struktur sind, sondern auch über Handlung und über die Vorstellung produziert werden. So rücken die Menschen als handelnde Individuen ins Zentrum.
Die Beiträge in diesem Heft zeigen auf, dass Soziokulturelle AnimatorInnen im Kontext der partizipativen Quartier- und Stadtentwicklung unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Im Schwerpunkt beleuchten wir diesesFeld der Soziokulturellen Animation mit seinen verschiedenen Facetten. Dabei dient der Einstiegstext als Warmmacher für Berichte aus der Praxis sowie Erkenntnisse aus der Forschung.Besonders mit den beiden Texten von Brunner und Lepper sowie Altdorfer soll aufgezeigt werden, dass die Soziokulturelle Animation langsam aber sicher auch in der wissenschaftlichen Forschung Fuss fasst. Uns hat das vorliegende Heft neue Räume erschlossen. Wir hoffen, dass es Ihnen – liebe Leserinnen und Leser – ebenso ergeht bei der Lektüre. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Vergnügen.

Hochschulen und die Berufspraxis
Hochschulen und die Berufspraxis
„Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Berufspraxis“ – Ein bereicherndes und gegenseitig befruchtendes Vorhaben oder nur eine unter den Stichworten „praxisorientierte Aus- und Weiterbildung“ sowie „anwendungsorientierte Forschung“ gesetzlich verankerte bildungspolitische Maxime? Welche Erfahrungen haben Sie liebe Leserin, lieber Leser bislang mit dieser Zusammenarbeit gemacht? – Verschiedene Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen aus beiden Bereichen bestätigen uns, dass die Antworten fast so vielfältig sind wie die Zahl der darauf angesprochenen Personen. Unabhängig von der Zugehörigkeit des Bereiches bewegen sich die Antworten in allen Abstufungen auf einem Kontinuum zwischen „durchgängig negativen Erfahrungen“ und „durchgängig positiven Erfahrungen“. Die Thematik wird nicht nur kontrovers diskutiert, sondern viele von uns haben aufgrund ihrer vielfältigen Erfahrungen im einen oder andern oder beiden Feldern auch einen emotionalen und persönlichen Bezug zum Thema. Mit diesem Heft möchten wir die Diskussion rund um die Zusammenarbeit zwischen den zwei Bereichen ins Rampenlicht stellen. Dabei werden erfolgreiche Formen und Beispiele dargestellt, kritisch gewürdigt und diskutiert. Der Hauptgrund für den gewählten Themenschwerpunkt liegt darin, dass wir – aufgrund vielfältiger Erfahrungen sowie der Kenntnis von Fachliteratur – überzeugt sind, dass gelungene Kooperation in jedem Fallefür alle Beteiligten einen Mehrwert darstellt. Erfolg stellt sich dann ein, wenn von allen Beteiligten zum einen Empathie, Wertschätzung und vollständige Kommunikation aufgebracht werden, zum andern ein klarer Aufgaben-, Ziel- und Fachbezug besteht. Inwiefern insbesondere bei der Kooperation zwischen Hochschule und Berufspraxis aufgrund von (Struktur-)Unterschieden ein professioneller Umgang mit „Differenz und Gleichwertigkeit“ erforderlich ist, werfen wir hier als offene Frage auf.
Eröffnet wird das Thema mit einem Ein- und Überblick in vielfältige Kooperationsformen zwischen Vertretenden unterschiedlicher Leistungsbereiche der Hochschulen und Expertinnen und Experten der Berufspraxis. Anschliessend folgen vier Beiträge, welche die Praxisausbildung im Bachelor-Studium zur Sozialen Arbeit unter die Lupe nehmen. Es folgen dann zwei Beiträge zur Kooperation zwischen Forschung und Berufspraxis. Abgerundet wird das Thema durch einen Beitrag zur Kooperation zwischen Dienstleistung und Berufspraxis. Wir wünschen Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser nun eine spannende Lektüre und viel Mut, Freude und eine Prise Glück und Vertrauen beim Kooperieren!